Lohnnebenkosten – Kosten für Arbeitgeber & Unternehmen | Rechner

Lohnnebenkosten: Alles, was Sie wissen müssen! Informationen und Berechnungen zur Höhe der Lohnnebenkosten für Angestellte und Arbeiter finden Sie hier!

Was sind Lohnnebenkosten?

Lohnnebenkosten sind indirekte Arbeitskosten, die teilweise auch als Personalzusatzkosten bezeichnet werden, die den Arbeitgeber durch die Beschäftigung von Mitarbeitern und durch Lohn und Gehaltszahlung an Arbeitnehmern anfallen. Es sind indirekte Arbeitskosten, die nicht mit direkten Kosten wie Zahlungen von Gehältern und Löhnen zu vergleichen sind.

Die Lohnnebenkosten sind in der Lohnabrechnung für den Arbeitnehmer nicht angeführt. Der Arbeitgeber zeichnet intern in seiner Buchhaltung die Arbeitskosten auf und diese muss der Arbeitgeber zusätzlich zum Bruttogehalt zahlen. Der Arbeitgeber hat also neben dem Bruttolohn noch weitere Kosten für seinen Angestellten zu tragen. Diese Arbeitskosten oder Lohnnebenkosten lassen sich wiederum aufteilen. Der wichtigste Anteil ist für die Sozialversicherung. Damit wird der Arbeitnehmer durch die Zahlungen des Arbeitgebers sozial abgesichert.

Die Lohnnebenkosten bestehen aus unterschiedlichen Kosten. Hier die Bestandteile der Lohnnebenkosten, im einzelnen aufgegliedert:

  • Kommunalsteuer
  • für die Sozialversicherung der Dienstgeberanteil
  • für den Familienlastenausgleichsfonds der Dienstgeberbeitrag
  • Beitrag, der an die Mitarbeitervorsorgekasse geht
  • Zuschlag für den Dienstgeberbeitrag

Branchenabhängig können weitere Kosten hinzu kommen die der Arbeitgeber zahlen muss, beispielsweise können das Nachtschwerarbeiterbeiträge sein. Die Lohnnebenkosten können dadurch also zusätzlich noch einmal ansteigen. Außerdem beinhalten diese Arbeitskosten auch, wenn der Arbeitnehmer sich im Urlaub befindet sowie auch an den gesetzlichen Feiertagen und wenn der Arbeitnehmer durch Krankheit ausfällt.

Mit Abstand ist der Anteil der Sozialversicherung der größte. Der Sozialversicherungsbeitrag beträgt 20 % vom Bruttogehalt des Arbeitnehmers. Durch diesen Anteil werden dann die Krankenversicherung, die Pensionsversicherung, die Unfallversicherung und die Arbeitslosenversicherung gedeckt.

Die Höhe der Lohnnebenkosten

Obwohl die Höhe der einzelnen Posten gesetzlich vorgeschrieben ist, können sie dann doch noch variieren. Diese unterschiedlichen Höhen können durch einzelne Zuschläge erklärt werden. Es kann sich um einen Zuschlag für den Dienstgeberbeitrag handeln, der unterschiedlich hoch ausfallen kann, je nach Bundesland. Auch die Unterscheidung zwischen einem Arbeiter und einem Angestellten wirkt sich aus.

Gesetzlich steht dem Angestellten ein höherer Arbeitnehmeranteil für die Sozialversicherung zu. Somit muss der Arbeitgeber mehr Lohnnebenkosten für den Angestellten bezahlen. Oft finden sich die Angestellten im kaufmännischen Bereich und führen selten körperliche Arbeit aus. Den Arbeitern steht nur ein etwas geringerer Anspruch zu. Auch für qualifizierte Facharbeiter die eine langjährige Berufsausbildung absolviert haben gilt diese Regelung.

Lohnnebenkosten im Überblick:

Einen Überblick über die Unterschiede von Angestellten und einen Arbeiter erhalten Sie hier:

BeitragAngestellteArbeiter
Krankenversicherung:3,83 %3,70 %
Unfallversicherung:1,30 %1,30 %
Pensionsversicherung:12,55 %12,55 %

Wie es im Überblick deutlich wird, ist nur bei der Krankenversicherung ein Unterschied. Für Arbeitnehmer werden noch die Sozialversicherungsbeiträge und die Lohnsteuer je nach Steuersatz abgezogen.

Lohnnebenkosten berechnen

Für ein Unternehmen, ist es wichtig, dass von Anfang an die Lohnnebenkosten eingeplant werden. Eine Kalkulation kann nur mit konkreten Zahlen durchgeführt werden, sonst könnte dem Unternehmen schnell das Aus drohen.

Im Internet findet man mittlerweile diesbezügliche Kostenrechner, dennoch ist es von Vorteil in diesem Bereich gutes Hintergrundwissen zu haben. Der Arbeitgeber muss zunächst das genaue Bruttogehalt des Angestellten ermitteln. Anschließend werden weitere Kosten für den Angestellten errechnet, wie Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld. Wenn alle Kosten für den Angestellten erfasst sind, wird das jährliche Bruttogehalt ermittelt (das sind die genauen Jahreskosten des Angestellten). Dann werden die genauen Jahreskosten auf den Monat zurückgerechnet und die Differenz zwischen dem monatlichen Bruttogehalt und des nun entstandenen Betrages sind die Arbeitskosten oder Lohnnebenkosten. Wenn diese zusätzlichen Kosten für den Arbeitgeber, gleich bei mehreren Angestellten nicht berücksichtigt werden, kann es zu schweren finanziellen Schwierigkeiten kommen.

Welche Auswirkungen haben die Lohnnebenkosten auf den Arbeitnehmer?

Der Arbeitgeber muss also zusätzliche Kosten für die Mitarbeiter selbst tragen. Deswegen versuchen manche Arbeitgeber bereits bei den Gehaltsverhandlungen mit ihren Angestellten die Lohnnebenkosten als ein Argument zu nutzen, um den Lohn geringer zu halten. Da die Lohnnebenkosten vom Gesetz geregelt sind, können diese niemals verhandelt werden. Damit ist die Argumentation den Lohn geringer zu halten nicht zulässig. Auch bei der Steuererklärung braucht sich der Arbeitnehmer darüber keinerlei Gedanken machen das betrifft nur den Arbeitgeber allein.

Europäischer Vergleich

Vielleicht ein Vergleich um die Höhe der Lohnnebenkosten in Europa deutlich zu machen. Lohnnebenkosten durch den Arbeitgeber fallen nicht nur in Österreich an, sondern in vielen weiteren Ländern Europas. Insgesamt gesehen ist Österreich mit 36 Prozent an Lohnnebenkosten im Ländervergleich überdurchschnittlich und erreicht damit den achten Platz. Länder, bei denen die Lohnnebenkosten höher ausfallen, sind Frankreich mit 47 Prozent, dicht gefolgt von Schweden mit 46 Prozent. Dann folgt Belgien mit 44 Prozent und Litauen mit 41 Prozent. Italien mit 39 Prozent und Tschechien mit 37 Prozent. Im benachbarten Deutschland zahlen die Arbeitgeber für die Lohnnebenkosten beispielsweise nur 28 Prozent.

Wie wirken sich die hohen Lohnnebenkosten für Österreich aus?

Diese Frage stellt sich immer wieder. Wie bereits im Vergleich mit anderen Ländern Europas deutlich wurde, sind die Lohnnebenkosten in Österreich relativ hoch. Der Arbeitgeber muss also für gleiche Leistung mehr Geld bezahlen. Wenn beispielsweise der Unternehmensstandort unter die Lupe genommen wird, kann Österreich somit auch vernachlässigt werden aufgrund der hohen Kosten. Nicht bloß regional, sondern für ganz Österreich wäre das schlecht, wenn Unternehmen ins Ausland gehen und somit im Land die Arbeitslosigkeit steigen würde. Auch Politiker teilen diese Befürchtung und deshalb gibt es immer wieder Diskussionen und Verhandlungen um die Senkung der Lohnnebenkosten anzustreben.

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