Existenzgründung während des Studiums: Wie das Wagnis zum Erfolg führt

Studierende haben es nicht leicht, die monatlichen Ausgaben zu bestreiten. In der Regel fallen Kosten für eine Wohnung, wenn das


Studierende haben es nicht leicht, die monatlichen Ausgaben zu bestreiten. In der Regel fallen Kosten für eine Wohnung, wenn das Elternhaus zu weit entfernt liegt, Fahrtkosten, Lebensmittel, Kleidung und das Lehrmaterial an. Die häufigsten Unterstützungsquellen sind die Eltern, staatliche Studienförderungen sowie verschiedene Jobs, die neben dem Studium bewältigt werden müssen.

Nur elf Prozent aller Studenten in Österreich werden in vollem Umfang von ihren Eltern finanziert. Eine staatliche Unterstützung wie beispielsweise die Studienförderung oder das Selbsterhalter-Stipendium bezieht knapp ein Fünftel der Studierenden. Zwei Drittel von ihnen hält sich mit einer Nebenbeschäftigung über Wasser. Nach dem Motto „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ streben einige bereits während ihrer Ausbildung eine Existenzgründung an.

Vorteile einer Existenzgründung während des Studiums

  • freie Zeiteinteilung – Studenten sind nicht wie bei einem Angestelltenverhältnis an feste Arbeitszeiten gebunden. Wann immer freie Zeit zur Verfügung steht, können sie diese in ihr Unternehmen investieren;
  • individuelle Vergütung – für Arbeitsleistungen wird die Vergütung individuell vereinbart, sie liegt unter Umständen höher als bei einem klassischen Studentenjob;
  • Kontaktknüpfung – während der Studienzeit lassen sich bereits wichtige Kontakte knüpfen, die sich positiv auf das spätere Berufsleben auswirken;
  • Sammeln von Erfahrungen – auch diese besitzen für den beruflichen Werdegang einen nicht zu unterschätzenden Wert.

Nachteile einer Existenzgründung während des Studiums

  • Eine Unternehmensführung beinhaltet einen relativ hohen bürokratischen Aufwand.
  • Es fallen Kosten für die Gewerbe-, Umsatz- und Einkommenssteuer an.
  • In der Regel ist eine eigene Absicherung in Bezug auf Krankenversicherung und die Altersvorsorge erforderlich.
  • Die Möglichkeit zur Familienversicherung besteht unter Umständen nicht mehr.
  • Gleichfalls kann die Selbständigkeit den Wegfall von staatlichen Studienförderungen begründen.
  • Im Gegensatz zu einem Angestelltenverhältnis bestehen keine Ansprüche auf Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sowie ein Kündigungsschutz.
Gemeinsam mit anderen Studierenden zu gründen, kann enorme Erleichterung bringen.
Pixabay.com © StartupStockPhotos CCO Public Domain Gemeinsam mit anderen Studierenden zu gründen, kann enorme Erleichterung bringen.

Wichtigster Punkt bei der Existenzgründung: die Planung

Damit das Wagnis einer Selbständigkeit zum Erfolg führt, sollte man sich in jedem Fall einen expliziten Plan zurechtlegen. Die wichtigsten Fragen wie „Warum wähle ich die Selbständigkeit?“, „Welche Art von Arbeit lässt sich später gut mit meinem Studienabschluss vereinbaren?“, „Wie gestaltet sich der Markt?“ und „Welche Fähigkeiten besitze ich?“, sollten vorab ausführlich beantwortet werden.

Profis erstellen einen Businessplan, womit sich auch Studenten in jedem Fall auseinandersetzen sollten. Er ist das A und O, um ein Start-up-Unternehmen erfolgversprechend zu gründen. Dieser enthält auch die Finanzierungsmöglichkeiten, denn nahezu jedes neu gegründete Unternehmen erfordert Eigenkapital. Nur selten ist dieses bereits vorhanden oder kann von der eigenen Familie gestellt werden. Die Aufnahme von kleineren Krediten zu guten Konditionen ist dagegen auch für Studenten beispielsweise bei Online-Banken möglich. Hier werden teilweise lange Laufzeiten und kostenlose Sondertilgungen geboten. Über einen Kreditvergleich im Internet findet jeder Interessent ein individuelles Angebot, das mit den eigenen Vorstellungen konform geht.

Sinnvolle Unterstützung durch einen Existenzgründerberater

Bestenfalls wendet man sich an einen Existenzgründerberater, der sowohl den Finanzplan aufstellen kann als auch darüber Bescheid weiß, welche Förderungen zur Verfügung stehen. Da der Staat Interesse an dem Erfolg eines Start-up-Unternehmens hat, gibt es sogar teilweise finanzielle Unterstützung bei den Beratungskosten. Ein Existenzgründerberater prüft darüber hinaus die Geschäftsidee von Grund auf und erstellt mit dem Kunden einen expliziten Businessplan.

Ein wichtiger Faktor für den Erfolg: die Kundengewinnung

Eine große Herausforderung ist die Kundengewinnung. Da das digitale Netz von größter Bedeutung ist und nahezu alle Menschen online nach Dienstleistungen sowie Produkten suchen, ist die Internetpräsenz von größter Wichtigkeit. Die Webseite sollte transparent gestaltet sein und einen guten Content beinhalten, der auf den ersten Blick Aufschluss über die Tätigkeit des Unternehmens gibt. Damit sie im Netz leicht gefunden wird, ist eine SEO-Optimierung unbedingt erforderlich. Ein attraktives Design, ein einprägendes Logo sowie kurze Ladezeiten tragen gleichfalls dazu bei, das Interesse der Surfer zu gewinnen.

Die wichtigsten Tipps zur Existenzgründung für Studenten

  1. Die beste Grundlage ist ein ausgeklügeltes Konzept. Eine Idee allein reicht nicht aus, um Erfolge mit dem Start-up-Unternehmen zu erzielen. Oft wird zu wenig verdient und Existenzgründer müssen schnell ihre Hoffnung wieder aufgeben.
  2. Gleichfalls spielt das Zeitmanagement eine große Rolle. Studenten müssen sich in erster Linie mit ihrem Studienplan auseinandersetzen. Es ist nicht leicht, ein Unternehmen neben dem Besuch von Vorlesungen und der Vorbereitung auf Klausuren zu organisieren. Prinzipiell kann eine Existenzgründung daher nur nebenbei erfolgen, weshalb eine gute Zeiteinteilung unbedingt erforderlich ist.
  3. Der Besuch von Gründerseminaren kann ebenso sinnvoll wie das Einschalten eines Existenzgründerberaters sein. Auf diesem Weg erhält man genaue Informationen darüber, was auf einen zukommt. Gegebenenfalls gelangt man rechtzeitig zu der Erkenntnis, zunächst noch abzuwarten, ohne dass finanzielle Investitionen getätigt wurden bzw. das Vorhaben zum Besseren abzuändern.
  4. Es gibt in Österreich verschiedene Förderungen für Jungunternehmer, die die Gründung eines Unternehmens erleichtern. Wer diese in Anspruch nimmt, kann mit einer minimierten Kreditsumme, einer geringeren Zinslast oder auch der Übernahme von Haftungsleistungen und Garantien rechnen. Darüber hinaus wird man zum Teil von Gebühren und Abgaben befreit.
  5. Beachtet werden sollte außerdem die Versicherungsfrage. In Österreich ist die Mitversicherung bei den Eltern bis zum 27. Geburtstag möglich, wenn sich das Kind noch in der Ausbildung befindet. Jedoch darf es nicht mehr als 438,05 Euro (Stand 2019) nebenher verdienen. Die Kinder werden automatisch bei der Gebietskrankenkasse angemeldet und eigenständig versichert, wenn der monatliche Verdienst darüber liegt.
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Wer parallel zum Studium gründet, benötigt neben hoher Einsatzbereitschaft auch ein gutes Organisationstalent.

Pixabay.com © StartupStockPhotos CCO Public Domain Wer parallel zum Studium gründet, benötigt neben hoher Einsatzbereitschaft auch ein gutes Organisationstalent.